Ich wurde am Dienstag morgen, dem 19. Juli 2011 auf dem Schulhaus-Platz vor dem Falken von freundlichen 4 Polizisten begrüsst und gebüsst. 40 Franken fürs Fahren mit dem Velo. Die sehr freundlichen Polizisten haben mir auch gestanden, dass sie viel besseres zu tun hätten als da zu stehen, aber das geschehe nun einmal wöchentlich auf dringende Anweisung vom Stadtrat, also Ihnen. Und so ist es seither. Heute morgen, 15.08.2011 war es wieder soweit. allerdings diesmal in der Unterführung versteckt, mit einem “Spotter” oben vor dem Denner – absurd. 3 Schulkinder warteten in dem Moment, als ich vorbeikam, heute auf die Busse. Toll!
Ich freue mich auf eine Stellungsnahme, die gerne auch klärt, warum Sie für eine strikte Einhaltung der Fussgänger-Regelung gerade jetzt derart viele Resourcen einsetzen.
Es gibt 5 grundsätzliche Arten, um vom Meierhof Quartier in die Innenstadt zu kommen:
1. Mit dem Auto
2. Mit dem ÖV. In den Stosszeiten sehr ungünstig, da dank des Rückstaus in der Mellingerstrasse der Fahrplan unmöglich einzuhalten ist.
3. Zu Fuss (mit dem Velo an der Hand?).
4. Mit dem Velo über die Lindenkreuzung. Legal, aber dank fehlender Velowege und miserablem Zustand der Strasse nicht nur bei Regen kriminell gefährlich. Sehr Zeitintensiv, da die Lichtsignale auf Autofahrer eingestellt sind.
5. Mit dem Velo über den Schulhausplatz, am Falken vorbei, in die Unterführung. Illegal, aber sicher und schnellste Weg in die Innenstadt.
Die überwiegende Mehrheit, so beobachte ich das täglich, nutzt Variante 5 – durchaus verantwortungsbewusst und langsam. Ich auch. Seit nunmehr 3 Jahren. Ich habe nicht eine einzige gefährliche Situation beobachtet dabei. Im Gegensatz zu Variante 4 – selber erlebt und beinahe täglich beim Vorbeifahren mitansehen müssen. das fängt schon mit dem Überqueren der Mellingerstrasse bei der Einmündung der Burghaldenstrasse an.
Der Lindenplatz ist ein Schandfleck. Ich sehe auch das Projekt, das zu seiner Sanierung hervorgezogen wurde. Ich finde es zwar äusserst absurd, dass sich eine Stadt wie Baden getraut, 2011 eine unbefriedigende Verkehrssituation damit lösen zu wollen, dass der umweltfreundliche Verkehr – Fussgänger und Velofahrer – unter die Erde verbannt wird, damit der motorisierte Verkehr überirdisch mit möglichst wenig Zeitverlust verkehren kann – notabene durch mein Quartier! Aber immerhin. Es ist etwas in Planung.
In der Zwischenzeit werden die Velofahrer eines ganzen Quartiers kriminalisiert und abgeschöpft, einmal pro Woche, mit 4 Mann!
Warum existieren keine kurzfristige Massnahmen zum Schutz des umweltfreundlichen Verkehrs am Lindenplatz?
Aus dem Stand gäbe es da einige baulich einfache Möglichkeiten:
- Den Velofahrern auf dieser Strecke ein bisschen Platz zu geben – mit Streifen. auch mit einem Stop bei der Unterführung.
- Das Velofahren im Tunnelparkhaus (ja, da wurde ich auch schon gebüsst) erlauben und einen Streifen zeichnen, damit das auch die Autofahrer sehen
- Die Lichtsignalanlage auf kurze Frequenzen einstellen.
- Die schlimmsten Stellen auf der Strasse ausbessern, damit man bei nasser Fahrbahn trotzdem mehr oder weniger trocken ankommt.
- Die Velostreifen auf der Kreuzung ausbauen und dick markieren etc…
- UND last but not least: Seien Sie doch nachsichtig. Solange sich nur die Autofahrer angenehm über den Platz bewegen können, seien Sie tolerant bei kleineren Verstössen von Fussgängern und Velofahrern.
Gerne zeige ich Ihnen bei einer Ortsbegehung, mit was ein Velofahrer am Morgen zu rechnen hat, wenn er von Meierhof kommend mit Fahrrad über den Lindenplatz fahren muss, am Besten bei Regen, bin gespannt auf eine Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüssen
Mit freundlichen Grüssen
Christoph Büeler